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Fachwerksanierung Bochum

Dieses Fachwerkhaus wurde vor einigen Jahren grundlegend saniert. Es wurden aber die Ausfluglöcher des Gescheckten Nagekäfers nach dem damaligen Stand der Technik interpretiert: Schwarze Löcher ist kein aktiver Befall!

Mittlerweile ist bewiesen, dass das nicht stimmt. In einer Veröffentlichung von Dr. Uwe Noldt in "Der Sachverständige" 1/2006 kommt er zu dem Ergebnis, dass (bei Kirchen und öffentlichen Gebäuden in Mecklenburg-Vorpommern) in 70 % der Fälle trotzdem aktiver Befall vorlag.

Ein Sachverständiger hatte auch hier das Gebäude vor der Mikrowellenbehandlung untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass aktiver Befall vorliegt.  Zur Bekämpfung sollte aber nichts zurück gebaut werden, also ein typischer Fall für die Mikrowelle. An insgesamt 4 Tagen wurden alle Hölzer mit Ausfluglöchern auf 70 bis 80 °C im Kern erhitzt. Diese Temperatur wurde etwa 30 min. eingehalten. Damit hatte der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) keine Chancen mehr zu überleben.

Diese Arbeiten wurden im Herbst 2007 in Bochum durchgeführt.

 

Von der Ferne ist nichts zu erkennen, in der dunklen Holzoberfläche fallen die Ausfluglöcher des Gescheckten Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) nicht auf. Wird er aber nicht bekämpft, dann frißt er so lange im Innern des Fachwerkholzes, bis nur noch eine dünne Hülle übrig bleibt. 
Bei der hier vorhandenen Holzstärke von ca. 14 cm genügt die einseitige Anwendung der Mikrowelle. Je nach Feuchte des Holzes kann die Kerntemperatur von 70 °C in ca. 30 min. erreicht werden.  
Dieser Pfosten war im unteren Teil schon ausgetauscht. Der verbliebene Teil ist befallen. Selbst im Sommer muss das Holz gedämmt werden, weil die Wärmeabgabe erheblich ist. Nicht nur die Kerntemperatur ist wichtig, bei bestimmten Insekten muss auch die Holzoberfläche auch mind. 55 °C erhitzt werden und diese Temperatur dann 60 min. beibehalten werden. 
Eckpfosten sind eine besondere Herausforderung, meist stärker im Querschnitt und daher von 2 Seiten zu behandeln. 
Fenster sind für die Mikrowelle kein Problem, das die Wellen recht genau ausgerichtet werden können. Bei dieser Anwendung nimmt das Fenster (Rahmen und Glas) keinen Schaden, das im Gegensatz zu den Insekten im Brüstungsriegel unter der Sohlbank. 
Auf zwei Ebenen gleichzeitig ist kein Problem. Dennoch kann die Anzahl der zu überwachenden Gerät bei der Anwendung nicht beliebig erhöht werden. Da die Temperatur in einem natürlich gewachsenen Holz nicht überall gleichmäßig ansteigt, muss u. U. sofort mit Leistungsdrosselung gearbeitet werden. Das geschieht manuell, also muss die Anwendung jederzeit kontrollierbar sein. 
Schon bei einer solchen Anwendung kann es zu einer sehr unterschiedlichen Temperaturentwicklung kommen, pro Gerät muss dann eine Steuereinheit zur Leistungsdrosselung vorhanden sein. 
Die Geräte sind auf Grund ihrer äußeren Abmessung nicht unbegrenzt einzusetzen, hier hilft die Erfahrung in der Anwendung, soche Problem zu lösen. 
Diese Höhendifferenz wird durch den Wärmefluss im holz ausgeglichen. Im Holz herrscht die gleiche Thermik wie in der Luft, Feuchtigkeit verbessert den Wärmefluss (und die Wärmeabgabe) erheblich. 

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